Die EU plant, wie man den Zollbereich von Grund auf erneuern will. Dies betrifft Sie direkt als Exportkontroll- und Zollbeauftragte, weil Sie sich auf kommende Veränderungen einstellen müssen. Erfahren Sie hier, wie Sie sich jetzt richtig positionieren, um die Herausforderungen dieser Neuerungen zu bewältigen, aber auch um die Chancen zu nutzen, die Ihnen diese tiefgreifende Reform bieten wird.
Die Europäische Kommission hat einen umfassenden Vorschlag zur Reform der Zollunion vorgelegt, der eine der größten Überarbeitungen seit ihrer Gründung darstellt. Das Ziel ist es, die Zollverfahren zu modernisieren, zu vereinfachen und effizienter zu gestalten, um den Herausforderungen des modernen Handels und den steigenden Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden. Aktuell liegt der endgültige Text der vorgeschlagenen Zollreform mit den Änderungen des Rates vor – er umfasst über 364 Seiten. Während viele der geplanten Änderungen bereits bekannt sind, birgt die finale Fassung, wie man hört, hier und da noch Überraschungen.
Die Reform stützt sich auf 3 zentrale Säulen, die das Zollwesen in der EU maßgeblich prägen werden.
- Es werden eine neue Europäische Zollbehörde, abgekürzt EUCA, und eine zentrale EU-Zolldatenplattform geschaffen: Man will eine neue zentrale Behörde ins Leben rufen, die die nationalen Zollverwaltungen koordinieren soll. Ihre Aufgabe wird es sein, die neue EU-Zolldatenplattform zu entwickeln und zu betreiben sowie das Risikomanagement EU-weit zu verbessern. Parallel dazu soll eine einzige Online-Umgebung entstehen, in der Unternehmen künftig alle Informationen über ihre Produkte und Lieferketten einmalig übermitteln werden, selbst wenn die Waren in mehreren Mitgliedstaaten abgefertigt werden sollen. Diese Plattform soll schrittweise die bestehenden nationalen IT-Systeme ablösen.